Hier finden Sie von Zeit zu Zeit wechselnde Gedichte von mir

 


Manchmal, da wünscht´ ich

Manchmal, da wünscht´ ich Ich wär´ eine Maus, 
könnt ganz leise mich verstecken
und schlich mich heimlich ins Mausehaus
wo niemand mich könnte entdecken.

Manchmal, da wünscht´ ich, ich wäre ein Ross.
Frei, ohne Zügel und Reiter. 
Lief im Galopp über Wiesen, ans Meer,
fort, immer weiter, nur weiter.

Manchmal, da wünscht´ ich, ich wäre ein Bär
mit riesengroßen Tatzen.
Dann würde so schnell sich keiner mehr
traun, mir den Tag zu verpatzen.

Manchmal, da wünscht´ ich, ich wäre ein Fisch;
schwämm auf dem Strom der Zeiten,
fühlte mich immer ganz munter und frisch;
ließe mich einfach nur gleiten.

Manchmal, da wünscht´ ich, ich wäre ein Floh,
und spränge von Haut zu Haut
und köme mir vor wie ein Mensch im Zoo,
der von Käfig zu Käfig schaut.

Manchmal, da wünscht´ ich ein Adler zu sein
mit mächtigem Flügelschlag
der sich im Abendsonnenschein
erhebt über goldenen Tag.

Und manchmal wünsch´ ich mir, bin ich einfach der Mensch,
als der ich wirklich will leben.
Und kann, wie ich möchte, ganz so wie ich bin
Mir nehmen und auch geben!

Dann kann ich ein Floh sein ein Ross und ein Bär,
ein Adler, ein Fisch, eine Maus
und lebte mich so, wie ich gerad gerne wär,
und keiner lachte mich aus.

Da, leise, ganz leise, die Stimme in mir, sie flüstert freundlich mir zu:
„Was willst Du so sein, wie ein wildes Tier?
Trau Dich und sei einfach
„DU!“

Martina Arnold

Keine Zeit

Wie oft hört man die Worte heut: „Bin sehr in Eile, keine Zeit!“
Die Menschen hetzen und sie rennen, und fragst du dann, wer kann schon nennen
den wahren Grund warum er läuft, im Strom der Zeit, die Zeit ersäuft?
So war es auch mit jenem Mann, der niemals ruhig sitzen kann,
er stürzte ins Gewühle sich, jagt hin und her ganz fürchterlich.
Ein Bettler saß am Straßenrand, den hätte er fast umgerannt.
Er brauste nur:“Bin sehr in Eile!“ Der Bettler sah ihm nach ´ne Weile,
jedoch der Mann tat weiterhasten sein ganzes Leben ohne Rasten.
Er häuft Termine auf Termine, die Zeit ihm stets zu knapp erschiene.
Er rannte selbst sich hinterher, oder davon, ich weiß nicht mehr.
Dann morgens früh an einem Tag, der Bettler vor der Türe lag.
„Was willst Du hier, hab keine Zeit!“, sprach der Geschäftsmann, nicht erfreut.
Der Bettler drauf erhob sich nun: „Du brauchst hier sicher nichts mehr tun!
Schau mich nur an, erkennst du nicht, ich bins´, der Tod der zu dir spricht.
Komm mit, wir müssen gehen jetzt.“ Der Mann erstarrt, ist ganz entsetzt
Wozu hab ich mich abgequält, hab den Terminplan mir gewählt,
stehst viel zu früh vor meiner Tür, was willst du Tod denn schon von mir?
Du kannst mich gar nicht holen heut, hatt´ doch zum Leben niemals Zeit!“
Das hätt´st Du früher soll´bedenken, für dich die Zeit tat´st Du verschenken
doch ist die Jammerei vergebens, das ist das Ende deines Lebens.
Nun spute dich, auch wenn´s dich reut, ich muß jetzt weiter, keine Zeit!

Martina Arnold

Das Gerücht


Ganz plötzlich war´s auf einmal da ein, Wort, ein Blick, ganz heimlich zwar.
Doch jetzt, da es nun mal erwacht, da hat es nicht mehr Halt gemacht.
Am Anfang klein, fast kaum zu sehn, konnt´s bald auf eig´nen Beinen steh´n.
Erst wacklig noch, dann immer dreister, denn im Behaupten ist es Meister.
So ging es nun von Mund zu Mund, ein jeder tat es jedem kund,
und hinter vorgehalt´ner Hand empört man sich: „S´Ist allerhand!“
Und mahnte: „Sag es bloß nicht weiter!“ Und das Gerücht wurd immer breiter!
Erst wurd´ getuschelt ganz versteckt, dann ward es öffentlich entdeckt.
Man echauffierte sich gar sehr, und das Gerücht wurd´ immer mehr!
Doch dann ganz plötzlich die Enttarnung - s´war ein Gerücht, jetzt ist Entwarnung
Ein jeder hat sich´s gleich gedacht, daß ein Gerücht die Runde macht,
„Da war nie etwas Wahres dran, ich hab´s gewusst von Anfang an!“
Doch das Gerücht es weigert sich, es will nicht geh´n und zögerlich,
wird es nur ungern immer kleiner, geseh´n hat´s dann natürlich keiner,
der einst es mit ins Leben rief als das Gerücht noch feste schlief.
So schlummert nun es wieder ein und keiner will´s gewesen sein.
Doch wie es des Gerücht Natur bleibt eine winzig kleine Spur
und wartet schon gespannt darauf, das einer kommt und weckt es auf! 

Martina Arold